Choose your own adventure: Probleme (Teil 8)

(Teil 7)

Der Krankenwagen ist unterwegs, und dein Chef wird sich heute vermutlich nicht mehr über deine Abwesenheit aufregen können. Dir fällt also keine wirklich gute Ausrede mehr ein, um den Teufel abzuwimmeln. Außerdem sah dieser Unfall wirklich verdammt übel aus. Wenn das ein Vorgeschmack auf das, was dir noch blüht, war, ist es wirklich an der Zeit, aktiv zu werden.

„Also gut“, bescheidest du also dem Teufel. „Und wie soll ich anfangen?“

„Mach dein Seelenfinder-Ding“, fordert er dich auf. „Ich hab doch auch keine Ahnung, wie das funktioniert, ich bin dafür nicht zuständig.“

„Du bist so hilfreich wie eine Beule im Auto“, pflaumst du ihn an. „Woher soll ich denn wissen, wie das funktioniert?“

„Keine Ahnung. Versuch, dich zu konzentrieren. Oder zu entspannen. Irgendwas. Hauptsache, du hörst auf, mich anzumeckern.“

„Das sagt der Richtige“, meckerst du. „Wer taucht den schon den ganzen Tag ständig ungebeten auf und geht mir auf die Nerven?“

„Weniger reden. Mehr seelenfinden“, verlangt der Teufel. Du willst ihm wieder kontra geben, aber irgendwie hat er Recht. Du atmest also tief durch und schließt die Augen. Konzentrieren und entspannen, wie auch immer das gehen soll.

Plötzlich spürst du etwas. Ja, ganz eindeutig, so ein Ziehen im Bauch… ist das…

Oh. Nein, das ist nur ein Darmwind.

Okay, okay, Konzentration und Entspannung. Du kriegst das hin. Irgendwie. Da! Da ist was. So ein Gefühl, du bist nicht sicher, was für eins, aber… „Da hinten ist jemand.“

„Wer?“

Die Frage des Teufels reißt dich aus deiner Konzentration. „Was weiß ich, wer“, motzt du, „aber jedenfalls eine Dings, verlorene Seele oder wie auch immer du das genannt hast. Kommst du jetzt?“ Du willst das Ganze hinter dich bringen, also gehst du erstmal los, in die Richtung, die dir dein komisches Gefühl angezeigt hat. Der Teufel wird schon hinterher kommen, da bist du sicher. Schließlich wirst du ihn schon den ganzen Tag lang nicht los.

Das Gefühl wird stärker, je näher du seiner Quelle kommst, und schließlich biegst du um die letzte Ecke und prallst mit jemandem zusammen. Du stammelst schon eine Entschuldigung, da steht plötzlich der Teufel hinter dem auffällig unauffälligen Typen, in den du gerannt bist, und packt ihn am Kragen.

„A-ha!“, ruft er triumphierend, „dich kenne ich doch!“

„Ich, äh, wüsste nicht, woher“, stammelt der Typ und wirkt, als würde er sich am liebsten unsichtbar machen. Der Teufel grinst dieses eklig selbstsichere Grinsen, das du besser kennst, als dir lieb ist, und schüttelt sein Opfer leicht. „Tu nicht so, Jossi, mein Freund! Du kommst mit mir“, und die beiden sind verschwunden. Du wagst gerade zu hoffen, dass du den Teufel endlich los bist, als du schon wieder dieses Gefühl hast. Diesmal ist es dir ganz nahe, als käme der Gesuchte gerade direkt neben dir aus dem Haus… Du schaust zur Seite, und eine Frau kommt aus dem Gebäude, den übergroßen Sommerhut tief ins Gesicht gezogen.

Du stellst dich ihr spontan in den Weg. „Ähm, entschuldigen Sie, aber haben Sie Hörner?“, fragst du. Sie starrt dich entsetzt an. Okay, das war nicht gerade der beste Einstieg in ein Gespräch… Du ziehst schnell deinen Hut und präsentierst zum ersten Mal an diesem Tag dein Problem der Öffentlichkeit. „Ich nämlich auch“, erklärst du, „aber ich bin gerade dabei, das zu lösen. Für, äh, uns alle, hoffe ich.“

Die Frau starrt dich immer noch an, aber bevor die Situation noch unangenehmer werden kann, taucht der Teufel wieder mit leeren Händen auf. Er schaut euch beide an, dann lacht er. „Die doch nicht, du Dummy! Die ist ein Mensch. Du musst die Teufel und Engel finden!“

„Aber, aber ich hab‘s genau gespürt!“, stammelst du. Kannst du dich wirklich so irren? Dann wandert dein Blick nach unten und begegnet dem ihres winzigen Hündchens. Es erwidert ihn und grinst mit messerscharfen Zähnen, und du könntest schwören, dass hinter seinen fledermausartigen Ohren zwei Hornansätze sitzen.

Der Teufel folgt deinem Blick. Das Hündchen hört abrupt auf zu grinsen und schiebt sich hinter die Beine seines Frauchens, doch der Teufel ist schneller. Schon hat er den Köter am Schlafittchen. „Bin gleich wieder da“, verspricht er der schockstarren Frau und verschwindet.

Du grinst sie verlegen an und zuckst mit den Schultern.

Kurz darauf ist der Teufel tatsächlich wieder da. Bevor du dich bei der Frau für die Unannehmlichkeiten entschuldigen kannst, hat er dich schon gepackt und weggezerrt.

„Warte mal“, versuchst du ihn aufzuhalten. „War das ein Teufel, der an die Stelle eines Hundes geraten ist? Oder ein Hund, der mit einem Teufel vertauscht wurde? Und heißt das, dass es auch eine Hölle für Hunde gibt? Haben Hunde überhaupt eine Seele?“ Du bist verwirrt. Die theologischen Implikationen erscheinen dir ungeheuerlich, doch der Teufel hat offensichtlich weder Zeit noch Lust, sich damit auseinanderzusetzen.

„Such weiter“, befiehlt er dir grob, und dein Gefühl zieht dich auch schon wieder in eine neue Richtung.

 

(22.02.2015, 811 Wörter. Gleiches Spiel wie jedes Mal: Stimmt einfach mit dem Abstimmungs-Tool ab, wie es weitergehen soll. Nach ein paar Wochen schließe ich die Abstimmung und schreibe die Fortsetzung entsprechend eurer Auswahl.

EDIT: Danke fürs Mitmachen! Hier ist der nächste Teil.)

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3 Kommentare

  1. Wieder teuflisch gut! Ich mag Geschichten, in denen Menschen und „Dämonen“ sich treffen. Weniger die westliche Form, da ist zuviel Religion verpackt. Aber die Idee, dass Mensch(en) und Teufel (Dämonen) die Welt retten, die hat einfach was.

    1. Mal sehen, ob sie die Welt wirklich retten können :-P

      1. Ich bin überzeugt davon! Zur Not rufen wir alle Super-Saiyajin, die retten dann mit :D

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