Choose your own adventure: Probleme (Teil 9)

(Teil 8)

Du bleibst stehen und gibst dir Mühe, deinen neu gefundenen Sinn zu ignorieren, der dir eine weitere verlorene Seele anzeigt.

„So nicht“, schnauzt du den Teufel an. „Ich gebe mir hier alle Mühe, deinen Job leichter zu machen – den du verbockt hast, wohlgemerkt –, da habe ich keine Lust, mich von dir auch noch blöd anmachen zu lassen. Lern erst mal, was Manieren sind, oder du kannst deine Suppe allein auslöffeln.“ Du verschränkst die Arme und schaust ihn herausfordernd an. Hoffentlich merkt er nicht, wie mulmig dir dabei zumute ist…

Der Teufel verdreht die Augen. „Geht das schon wieder los? Ich dachte, du hättest begriffen, wie dringend das ist.“

Du zögerst. Ja, natürlich, das hast du verstanden, spätestens nach dem Unfall mit deinem Chef… aber wenn du jetzt nachgibst, behandelt er dich weiter wie Dreck, und darauf hast du einfach keine Lust mehr. Dein Tag war schon beschissen genug.

Du beschließt, deine Stellung zu behaupten.

„Ist mir egal“, lügst du und ignorierst, dass deine Hörner dabei eindeutig noch ein Stückchen gewachsen sind und sich jetzt ganz sicher nicht mehr unter dem Hut verstecken lassen. „Wenn dir wirklich so viel daran läge, dass ich dir helfe, könntest du ja auch ein bisschen netter zu mir sein. Das kostet dich schließlich nichts, und wenn du mich brauchst, musst du mir auch was bieten.“ Du verschränkst die Arme nochmal andersherum, um deinen Worten Nachdruck zu verleihen, streckst das Kinn vor und drückst den Rücken durch, all diese Körpersignale, von denen du mal gelesen hast, dass sie Selbstbewusstsein ausdrücken.

Der Teufel wirft die Arme in die Luft. „Was soll das denn jetzt? Willst du etwa handeln?“ Er legt den Kopf schief und mustert dich streng. Du beißt die Zähnen zusammen und versuchst, extra grimmig und entschlossen zu gucken.

„Hattest du heute Morgen nicht gesagt, dass du keinen Teufelspakt eingehen willst?“, fragt er, in einem Ton, als hätte er dich beim Schummeln erwischt und wollte dich jetzt beim Lehrer verpetzen, um einen Fleißpunkt zu kriegen.

Du schluckst. Da hat er Recht, das hast du gesagt. Aber… „Ich will ja auch keinen Teufelspakt eingehen“, widersprichst du, „alles, was ich will, ist ein bisschen Respekt und Höflichkeit. Das ist das, was wir Menschen ‚normales Verhalten‘ nennen“, fügst du hämisch hinzu, „aber ich kann natürlich nicht erwarten, dass ein Unterteufel wie du davon schon mal gehört hat.“

Ihn an seiner Eitelkeit zu packen funktioniert offensichtlich. Er plustert sich auf und stemmt die Hände in die Hüften. „Unterteufel?“, empört er sich, „wen nennst du hier einen Unterteufel? Ich bin stellvertretender Abteilungsleiter! Und meinen Kurs in menschlichem Sozialverhalten habe ich mit Auszeichnung abgeschlossen! Und deshalb weiß ich auch, dass ihr sehr wohl respektlos und unhöflich sein könnt.“

„Aber nicht zu Leuten, von denen wir etwas wollen“, erinnerst du ihn, „Herr Stellvertreter. Und so ein hohes Tier kannst du ja wohl nicht sein, sonst könntest du einen anderen Teufel deine Drecksarbeit machen lassen, statt selbst hier rumzuhetzen. Also, was willst du nun? Höflich sein oder allein weitermachen? …oder ist diese Entscheidung zu schwierig für einen Stellvertreter?“

Der Teufel schäumt. „Von wegen“, schnauzt er, „ich kann alle Entscheidungen alleine treffen. Mehr noch, ich kann mit jedem Menschen meiner Wahl einen Vertrag schließen! Ich kann…“

„Ja, ja, blabla“, sagst du, „sind Teufelspakte nicht das erste, was der jämmerlichste Unterteufel darf? Oder warum sonst gibt es bei uns so viele Geschichten über Menschen, die einen Teufel beim Vertrag übers Ohr hauen? Warst das immer du?“

„Mich hat noch keiner übers Ohr gehauen! Und ich kann viel mehr als ein Unterteufel, ich kann, ich kann…“, er denkt kurz nach. „Ich kann dir etwas für deine Hilfe versprechen, ohne dass du mir dafür deine Seele geben musst! Einfach so, ohne jeden Haken! Das darf ein Unterteufel nicht. Ha!“

„Oookay“, antwortest du zögernd. Du bist nicht ganz sicher, ob dir die neue Richtung, die dieses Gespräch genommen hat, gefällt.

Doch der Teufel ist Feuer und Flamme: „Los, stell mich auf die Probe! Wünsch dir was. Irgendwas, und wenn du mir hilfst, kriegst du es und behältst deine unsterbliche Seele. Also, was willst du?“

„Ähh“, machst du und denkst nach.

(29.03.2015, 691 Wörter. Gleiches Spiel wie jedes Mal: Stimmt einfach mit dem Abstimmungs-Tool ab, wie es weitergehen soll. Nach ein paar Wochen schließe ich die Abstimmung und schreibe die Fortsetzung entsprechend eurer Auswahl.

EDIT: Danke fürs Mitmachen! Den neuen Teil findet ihr hier.)

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3 Kommentare

  1. Gut geschrieben, aber schwierig abzustimmen. Wäre das ich in der Geschichte, ich wollte natürlich wissen, wie es weitergeht. Ruhm und Reichtum? Nö. Gesundheit also.

    1. Gesundheit kann man immer brauchen :-)

  2. Ich mag, wie die beiden sich streiten:-) Ich kann sie dabei richtig vor mir sehen, wie sie dastehen und sich anschnauzen. Sehr schön.

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