Der Lochwurm

Der Lochwurm (vermis foraminis einstein-rosenii) ist ein Saitenwurm (nematomorpha, nicht zu verwechseln mit den nematoda oder Fadenwürmern) aus der Familie der kosmischen Würmer (cosmovermices, nicht hilarivermices – die sogenannten komischen Würmer gehören nicht den nematomorpha an, sondern bilden einen eigenen unter den zahlreichen Stämmen der Würmer). Er ist, im Gegensatz zu vielen anderen, hoch spezialisierten Wurmarten an eine Vielzahl von Lebensräumen angepasst und kann nahezu überall, von Schwarzen Rauchern in der Tiefsee über dicht besiedelte Hauptstädte moderner Staaten bis in die Tiefen des Weltalls gefunden werden.

Da der Lochwurm allerdings extrem klein ist (sein Durchmesser beträgt nur etwa eine Plancklänge), erkennt man seine Anwesenheit hauptsächlich durch die Spuren seiner Fresstätigkeit, deren Ausmaß für ein so kleines Tier überraschend ist. Die bekannteste solche Fraßspur sind vermutlich die Kruskal-Lösungen der Feldgleichungen von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie, die deshalb im Volksmund oft als „Wurmlöcher“ bezeichnet werden. Anders als Science-Fiction-Autoren hoffen, führen diese Wurmlöcher jedoch nicht in weit entfernte Teile des Universums oder gar Parallelwelten, sondern allenfalls in den Verdauungstrakt eines Lochwurms.

Wegen der Schwierigkeit der Beobachtung ist bisher wenig über die Lebensgewohnheiten des Lochwurms bekannt. Auch hier stützt sich die Forschung hauptsächlich auf Indizien und indirekte Spuren. Einer der wichtigsten Schlüsse ist, dass der Lochwurm offenbar thermophil ist, also große Wärme benötigt, weshalb man seine Löcher häufig in heißen Gegenden findet: Dem Inneren von Schwarzen Löchern, die ja bekanntermaßen aus dem Zusammenbruch sehr großer Sterne entstehen; den als Schwarze Raucher bezeichneten hydrothermalen Tiefseequellen, wo sie Poren ins Gestein fressen und möglicherweise neuen Schloten zum Durchbruch verhelfen, indem sie das Meerwasser mit dem darunterliegenden flüssigen Erdmantel in Verbindung bringen und so das heiße, mineralhaltige Wasser erzeugen, das sich in Schwarzen und Weißen Rauchern wieder den Weg nach oben verschafft; und in Regierungen und Parlamenten, in denen es besonders hitzig zugeht und wo ihr außerordentlicher Hunger vermutlich Mitschuld an gehäuft auftretenden Haushaltslöchern trägt.

Vermutlich vermehren sich Lochwürmer wie die meisten Saitenwürmer parasitisch. Allerdings hat man bisher keine Anzeichen ihres Lebenszyklus gefunden. Eine Theorie besagt, dass die doch sehr unterschiedlichen Lebensräume, in denen man Lochwurmlöcher gefunden hat, belegen, dass jeder Lebensraum auch einer Lebensphase entspricht. Allerdings bleiben die Verfechter dieser Theorie die Erklärung schuldig, wie der Lochwurm von einem Wurmloch zum anderen gelangen sollte, um seinen Zyklus fortzuführen.

Eine noch recht junge Schule der Wurmforschung führt an, dass man, zieht man Socken in Betracht, eine Große Vereinheitlichende Theorie der Löcher aufstellen könnte: Der Lebenszyklus des Lochwurms begänne damit in der Socke, die, nachdem die Larve des Wurms sie zerlöchert hat, in der nächsten Phase entweder, landet die befallene Socke in einem feuchten Medium (also in der Wäsche) durch das nunmehr adulte Tier vollständig vertilgt wird. Daraufhin entkommt der Wurm durch den Abfluss der Waschmaschine in den Wasserkreislauf und siedelt sich in daran angeschlossenen Gebäuden oder im Meer und letzten Endes auch in der Tiefsee an.

Landet die Socke hingegen im trockenen Abfall, bildet die Larve eine Cyste, in der sie lange Zeit überdauern kann und sich durch das Entsorgungssystem weitertransportieren lässt. Auf diese Weise, nämlich durch die Müllverbrennung und den damit verbundenen Ausstoß von Schwebstoffen, zu denen die sehr hitzebeständige Lochwurmcyste gehört, gelangen die Tiere in die obere Atmosphäre, wo sie zur Vergrößerung des Ozonlochs beitragen könnten, sowie weiter hinaus ins All.

Die Eier wiederum würden nach dieser Theorie durch Hawkingstrahlung aus den Wurmlöchern freigesetzt und von Meteoriten zurück in die Atmosphäre von Planeten befördert, auf denen sich sockentragende Wirtstiere entwickelt haben.

Ob diese durchaus plausible Theorie tatsächlich den Fakten entspricht, kann nach aktueller Datenlage nicht bestätigt werden. Experimente am LHC, dem Large Hole Collider, in dem unter hohem Energieaufwand aus künstlich erzeugten Schwarzen Löchern ein Lochwurm erzeugt werden soll, könnten jedoch neue Belege liefern.

 

(05.07.2015, 607 Wörter)

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6 Kommentare

  1. Es ist unglaublich, dass dieses allseitsbekannte Untier so wenig erforscht ist.

    1. Ja, nicht wahr? Für Robotik ist Geld da, als ob es nie einen Terminator gegeben hätte, aber Löcher bleiben unerforscht. *kopfschüttel*

  2. Hahaha, sehr cool! :-D Hätte aber nie gedacht, dass die Löcher in den Socken mit den Schwarzen Löchern im Weltall zusammenhängen (könnten)…hier bahnen sich ja wissenschaftliche Sensationen an!

  3. Ich mag die Lochwurmtheorie, mit der man das Leben, das Universum und den ganzen Rest offensichtlich widerspruchsfrei erklären kann:-) Wer hätte gedacht, dass das Ozonloch von den Löchern in den Socken und der Hawking-Stralung kommt?

    1. Ja, nech? Zu schade, dass man das noch nicht beweisen kann…

      1. Kommt bestimmt noch:-)

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